Marokko – Wie nie zuvor

Wenn du die effektreichen Videos von Youtuber Sam Kolder magst, wirst du auch dieses Video mögen.

Ich wusste nicht, was mich erwartete, als ich die Chance bekam für eine Woche nach Marokko zu reisen. Ich war überwältigt und überrascht von den abwechslungsreichen Landschaften, der Kultur und den Personen. Vom hektischen Markt beim Djemaa El Fna bis zur Quadfahrt in der Wüste war alles eine Inspiration. Dies ist nur ein flüchtiger Einblick in meinen kurzen Aufenthalt.

(lhu)

Kritik
von Linus Spitz

Exposé

Was ich machen wollte: Marrakesch ist ein beliebtes Reiseziel für Touristen aus der ganzen Welt. Im August 2018 war ich selbst vor Ort und habe reichlich Filmaufnahmen von meiner Freundin gemacht. Ich möchte daraus nun ein Video erstellen, welches Social-Media tauglich ist. Alle Aufnahmen wurden im Hochformat gemacht, um den mobilen Kommunikationsgewohnheiten und meinem Instagram Story-Kanal Rechnung zu tragen.  Das Video soll mit beeindruckendem Sounddesign eine stärkere Wirkung erzielen und sich so von anderen Ferienvideos abheben. 

Benchmark: Watchtower of Turkey

Technik: Die Sound-Timeline soll eine Mischung aus O-Tönen, Stock-Geräuschen und eigens nachträglich aufgenommenen Geräuschen sein. Ebenfalls suche ich einen Soundtrack aus dem Internet, der durch das Video führt. Das Video soll aufwendig geschnitten werden. Für dynamische Übergänge und aufwendiges Colourgrading scheue ich keine Mühen. Ich besuchte bereits einen Colourgrading Online Kurs und schaute Tutorials auf Youtube.

Handlung: Studentin Anita sitzt im Flugzeug und blättert sich durch die On-Board Broschüre. Als Marrokko vom Fenster aus zu sehen ist, beginnt das Abenteuer. Schlendern durch die Medina, Teetrinken im Riad und Impressionen des berüchtigten Jemaa-el-Fna zerfliessen ineinander. Die Reise endet mit einer nicht in Worte gefassten Botschaft.

Botschaft: Das Video fühlt sich an, wie eine Achterbahn durch die erlebten Momente von mir und meiner Freundin. Es soll durch einen WOW-Effekt ebenfalls zur Reise nach Marokko animieren und auch einfach zeigen, dass ich und meine Freundin eine gute Zeit in Marokko hatten.

 

Was ich schlussendlich gemacht habe

Da ich eine Woche lang mit der Kamera in Marrakesch unterwegs war, stand mir reichlich Filmmaterial zur Verfügung. Ich wollte meine Auszeit dort aber auch geniessen, deshalb liess ich meine Tonausrüstung und sonstiges Zubehör zuhause. Was zurückkam, waren Videos mit Tonaufnahmen des internen Mikrofons meiner Kamera. Ich habe zuvor noch nie ein so aufwendig produziertes Video im Hochformat gesehen. Entsprechend grösser war der Aufwand um die Kamera mit allen Objektiven verkehrt herum auf einem Gimbal zu platzieren.

Am Anfang dachte ich, die O-Töne würden meist ausreichen, um sie im Hintergrund von einem Soundtrack zu hören. Meist waren sie aber zu wenig laut und wenn ich sie lauter machen wollte, wurde die Qualität dann doch zu schlecht. Es waren auch verschiedene Störgeräusche vorhanden, die ich eigentlich gar nicht im Video haben wollte.

Nach und nach begann ich alle O-Töne mit Geräuschen aus Sound Libraries zu ersetzen. Zur Orientierung waren die Originaltöne jedoch sehr hilfreich. Wenn ich kein passendes Geräusch fand, nahm ich selber einen Foley auf. Das tat ich entweder im Tonstudio der HTW, oder Zuhause unter einer Molton Decke mit dem Audiorecorder.

Was für ein Geräusch macht ein Eisenwaren-Marktstand?

Irgendwann war das Video voller Geräusche und es störte mich, wenn eine Szene einmal keinen, oder nur leisen Ton hatte. Also begann ich Geräusche zu finden, die zu Objekten passten, die in Realität gar keinen Ton von sich geben. Ich orientierte mich dabei an den Umgebungsgeräuschen, die in einer Sequenz hätten vorkommen können. 

Die Auswahl des richtigen Soundtracks

Videoschnitt funktioniert für mich immer am besten, wenn man im Vorne herein schon einen Soundtrack bereit hat. So erlangt man gutes Gefühl für die Stimmung und das Tempo.Die Fantasie wird ebenfalls angeregt. Im jetzigen Fall, fand ich sehr lange keinen passenden Soundtrack, den ich auch zur Veröffentlichung benutzen durfte. Ich schnitt deshalb mit provisorischen Titeln, die ich aber rechtlich nicht benutzen durfte.

Nach stundenlanger Suche, fand ich dann doch auf der Musikdatenbank artlist.io einen Titel, der mir passte. Ich wechselte den Soundtrack dann während dem Schnitt, was wieder Anpassungen erforderte.

Hardware & Software

Ich bin ein Apple-Mensch. Projekte, an denen ich alleine als Cutter arbeite, schneide ich mit Final Cut. Die in der Software enthaltenen Audio Tools reichten für mein Projekt aus. Ich konnte mit Übergängen, Keyframes und Effekten arbeiten. Ich benötigte Equalizer, einen Vereinheitlicher und die Lautstärke musste ich mit Keyframes anpassen. Auf ein 3D Sounddesign verzichtete ich. 

Ich mischte das Video zweimal. Das erste Mal mit meinen Lieblingskopfhörern, den 300 Franken teuren Dinger, der dänischen Marke aiaiai. Das zweite Mal mit Apple Airpods, da ich nicht davon ausging, dass sich jemand Instagram Stories mit extra guten Kopfhörern reinzieht.

Fazit

Das Projekt war ein richtiger Stundenfriedhof. Ich habe über 80 Stunden mit der Postproduktion verbracht. Wenn man die Zeit für die Dreharbeiten und das Konzept dazurechnet, sind es weit über 100. Einen Drittel davon habe ich für den Ton in Kauf genommen. Ich denke, der Aufwand hat sich gelohnt, da ich nun ein für mich gutes Vorzeigeobjekt besitze, um zu zeigen, was Bild mit Ton ausmacht. Es ist mir gelungen den Zuschauer dank des Tons viel tiefer in das Geschehen zu ziehen und so kam auch meine geplante Aussage stärker zum Vorschein. Als Reaktion auf meinen Instagram Post habe ich von 30 Followern Privatnachrichten erhalten, was in meinem Instagram Kanal eine sehr grosse Resonanz ist.

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