Weisch no?!

Ist es nicht schön, durch die alten Fotoalben zu blättern und sich an die Zeiten zu erinnern, in denen man noch sorgenlos draussen spielte?

Auch mein Bruder Jann und ich haben uns diesen Frühling an einem Sonntag hingesetzt und haben in Erinnerungen geschwelgt: «Döt bisch no huara herzig gsii!».

(hil)

Kritik
von Madlaina Tinner

Idee
Immer wieder sieht man Bilder, wie Leute ihre Kinderfotos nachgestellt haben. Schon oft habe ich mir gedacht, dass ich das auch gerne mal machen würde. Als mein Bruder und ich dann die Fotoalben anschauten, kam mir direkt die Idee. Es brauchte auch erstaunlich wenig Überzeugungsarbeit. Jann war genau wie ich sofort Feuer und Flamme.

Ausserdem habe ich mir im Winter eine eigene Kamera gekauft und hatte bisher nie die Gelegenheit, sie wirklich mal richtig auszuprobieren. Somit war diese Idee auch noch die perfekte Chance, mich mit meiner Kamera zu beschäftigen.

Fotos aussuchen
Insgesamt gibt es drei volle Fotoalben mit Bildern meines Bruders als Kind. Natürlich konnten und wollten wir nicht alle nachstellen. Lange habe ich die Fotos durchgeblättert und mich dann schlussendlich für elf Fotos entschieden, die ich umsetzen wollte. Ich habe mich vorallem für Fotos entschieden, bei denen ich schon wusste, dass wir sie aufgrund der Kleidung gut zusammenstellen können. Ich habe aber auch darauf geachtet, dass wir die Umgebung und die Locations auf den Bildern möglichst realitätsnah darstellen können.

Planung
Tatsächlich war die Planung aufwändiger als gedacht. Ich habe jedes Foto aufmerksam analysiert und überlegt, wo man das jeweilige Bild am besten schiessen könnte. Ausserdem habe ich die Kleidung und die Requisiten herausgeschrieben, die wir für die Bilder benötigen. Ich habe mir dabei auch gerade Gedanken dazu gemacht, wer diese Dinge in unserem Freundes- und Familienkreis besitzen und uns diese ausleihen könnte.

Aufgrund der aktuellen Situation hatte mein Bruder zum Glück auch gerade sehr viel Zeit. Somit hat sich die Terminfindung für das Fotoshooting als nicht sehr schwierig gestaltet. Da wir gerne am Ball bleiben, haben wir uns entschieden, alle Fotos innerhalb von einem Tag zu machen.

Beschaffung von Kleidung und Requisiten
Wie schon bereits erwähnt, habe ich mich für elf Fotos entschieden. Natürlich hatte Jann nicht auf allen Fotos das gleiche an oder dieselben Dinge um sich herum. Somit gab es einiges an Kleidung und Requisiten, was es zu besorgen galt. Ich habe mich bei Freunden und Familie umgehört und fast alle Dinge, die wir brauchten, auftreiben können.

Locations
Für die Bilder haben wir vier Locations vorgesehen. Die meisten davon konnten wir entweder bei mir oder bei meinem Bruder zuhause fotografieren. Wie man an den Bildern unschwer erkennen kann, sind die Wohnungen nicht dieselben wie damals. Das liegt daran, dass wir seit unserer Kindheit zweimal umgezogen sind und somit natürlich nicht mehr in der Wohnung leben, in der wir aufgewachsen sind. Wir haben aber mehr oder weniger passende Alternativen gefunden.

Für zwei der Bilder haben wir uns mit dem Auto auf den Weg in das Dorf gemacht, in dem wir aufgewachsen sind. Dort haben wir ein Bild auf der Treppe vor unserem ehemaligen Wohnhaus gemacht und eines beim grossen Feld am Rand des Dorfes.

Fotoshooting
Dann war es also soweit. Morgens um 10 Uhr ging der Foto-Tag los. Begonnen haben wir bei mir zuhause, wo wir als erstes das Bild mit unserer Mama geschossen haben. Auch die restlichen Bilder, die bei mir zuhause geplant waren, haben wir dann direkt in einem Durchlauf gemacht. Nach einem kurzen Snack haben wir uns auf den Weg nach Igis, unser Heimatdorf gemacht. Nach einer kurzen Fotosession für die beiden Bilder haben wir das Fotoshooting dann bei meinem Bruder zuhause fortgeführt. Um 16.30 war es dann vollendet und wir hatten von allen elf Motiven viele Variationen auf der Speicherkarte.

Bearbeitung
Nach dem Fotoshooting wartete dann noch ein aufwändiger Part auf mich. Ich habe mich dann an die Bearbeitung der Fotos mit Photoshop gemacht. Ich wollte an den Bildern an sich nicht zu viel verändern sondern habe vorallem an der Farbgebung und Farbgestaltung der nachgestellten Bildern gefeilt, sodass sie den Originalen nahe kommen. Obwohl das nach eher wenig Arbeit klingt, habe ich viele Stunden damit verbracht, bis es genau so aussah, wie ich es gern hätte.

Bei der Bearbeitung der Bilder ist mir ausserdem aufgefallen, dass mir drei der Fotos, die wir gemacht haben, doch nicht so zusagen und habe diese deshalb weggelassen. Entweder waren mir die Fotos zu wenig authentisch und ähnlich zum Original oder das Motiv an sich hat mich nicht mehr überzeugt. So hatte ich schlussendlich die acht Bilder, von denen ich begeistert bin.

Fazit
Es war tatsächlich viel mehr Arbeit, als ich mir zuerst gedacht habe. Allein schon die Vorbereitungen haben sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Trotzdem hat es sich auf jeden Fall gelohnt und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Ich konnte so meine Kenntnisse in Photoshop auch nochmals etwas auffrischen und endlich mal meine eigene Kamera richtig brauchen und damit etwas experimentieren.
Ausserdem haben wir schon lange nicht mehr so gelacht wie an dem Shooting-Tag.

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