Wenn Gaffer Gel benützen…

…entsteht Stimmung! Genau das war mein Auftrag beim Dreh des Teasers für die Webserie «Schuldig». Du fragst dich jetzt, was ein Gaffer mit Gel bei einem Dreh verloren hat? Sehr viel und was genau, erfährst du hier.

Ein Gaffer ist nicht nur eine nervige Person, die im Weg steht, immer dann wenn ein Unfall passiert ist, sondern auch der Oberbeleuchter auf einen Filmset. Der Gaffer ist für die Lichtgestaltung verantwortlich und arbeitet eng mit dem Director of Photography (DOP), dem Kameramann, zusammen.

Mit Gel ist hier kein Haargel gemeint, sondern Farbfolien. Sie geben fadem Licht eine bestimmte Farbe und so dem ganzen Bild mehr Stimmung.

Da nun alle Begriffe geklärt sind, ergibt auch der Titel Sinn, nicht?
Ah halt, stopp, etwas fehlt noch – kennst du «Schuldig»?
«Schuldig» ist eine fiktive Webserie, die als Filmprojekt von MMP-Studenten ins Leben gerufen wurde. Die Geschichte handelt von sechs Protagonisten, die in einer zerrütteten Welt aufgewachsen sind. Sie suchen Schutz vor einem Brand und retten sich in einen Bunker. Dort lauert aber erst die wahre Gefahr. Schau rein!

Jetzt ist aber wirklich alles geklärt.
Mein Auftrag war es, dem Bild eine passende Stimmung zu geben. Das Bild sollte sehr warm sein, da es draussen überall brennt. Um diese Stimmung bereits beim Dreh zu schaffen, haben wir mit Gel gearbeitet. Mit diesen kann man die Farbe des Lichts steuern und einstellen. Ein weiterer Vorteil von Gel ist, dass die Stimmung bereits beim Dreh sichtbar wird und nach Belieben angepasst werden kann. Zusätzlich spart man Zeit beim Color Grading in der Postproduktion.
Zusammen mit dem DOP, Marlan Röthlisberger, haben wir für jede Szene die Lichtsetzung genau geplant. Lichtsetzung ist nicht so einfach und sollte nicht unterschätzt werden. Auch die beste Kamera macht ein schlechtes oder langweiliges Bild, wenn das Licht nicht stimmt oder gar nicht richtig vorhanden ist. Überzeug dich selbst:

(spu)

Kritik
von Fabio Tuor

Planung

Da ich eher spät zum Team "Schuldig" hinzukam, war der grösste Teil der Planungsphase bereits vorbei. Ich habe die Location zusammen mit Marlan angeschaut und alle Szenen kurz besprochen.  Dann ging es mit dem Dreh auch schon los.

 

Dreh

Zusammen mit Marlan haben wir das Licht für den Dreh jeder Szene vorbereitet. Da wir nicht genügend Lichter hatten, um alle Szenen bereits im Voraus vorzubereiten, musste dies nach und nach gemacht werden. Kurz gesagt, nach jeder Szene hatten die meisten Pause bis wir alle Lichter abgebaut und für die neue Szene wieder bereit hatten. Tja, so ist das halt.
Was die Lichtsetzung angeht (und noch viel mehr), bringt Marlan sehr viel Erfahrung mit und ich konnte enorm davon profitieren.

 

Fazit

Die Zusammenarbeit im ganzen Team hat super funktioniert. Alles war hervorragend geplant und wurde auch so umgesetzt. Die Liste von meinen persönlichen Learnings schreibe ich hier nicht hin, diese wäre ewig lang. Ich fasse es zusammen mit: sehr sehr viel.

Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und freue mich umso mehr auf den nächsten Dreh im Sommer.

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